KI in der Übungsfirma sinnvoll nutzen

Sinnvoll, kritisch und rechtssicher: Alles, was Schüler·innen und Lehrkräfte für den KI-Einsatz im Übungsfirmen-Alltag brauchen – von passenden Tools über Beispiel-Prompts bis zu Datenschutz und AI Act.

📅 Stand: September 2026 ⏱ Lesezeit ca. 15 Min. 🧩 3 Selbsttests

🧑‍💼

Ich arbeite in der Übungsfirma

Fertige Beispiel-Prompts für meine Abteilung und die wichtigsten Regeln.

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Ich bin Lehrkraft

Wie wir mehr aus KI herausholen – mit Ideen für den Unterricht.

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Ich will mich testen

Drei Quizze vom Einstieg bis „KI für Fortgeschrittene“.

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Das Wichtigste in 60 Sekunden

Wer nur eines liest, liest das: vier Grundregeln für jeden KI-Einsatz in der Übungsfirma.

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Immer prüfen

KI klingt überzeugend – und irrt trotzdem. Besonders bei Zahlen und Recht.

🔒

Keine echten Daten

Fiktive Übungsfirmen-Daten ja, persönliche Daten von Menschen nie.

🏷️

Kennzeichnen

Realistische KI-Bilder, -Videos und -Stimmen offenlegen.

🧠

Mensch entscheidet

KI liefert Vorschläge – die Verantwortung bleibt bei uns.

Warum KI in der Übungsfirma?

Unternehmen setzen KI heute für Texte, Analysen, Kundenservice und Planung ein. Wer KI nur privat „ausprobiert“, lernt selten, sie verantwortungsvoll zu nutzen. Die Übungsfirma bietet dafür den idealen geschützten Rahmen: echte Geschäftsprozesse, aber ohne echtes Risiko.

  • Arbeitswelt-Kompetenz: Die EU-KI-Verordnung verlangt, dass Mitarbeitende, die KI beruflich nutzen, ausreichend geschult sind. Die Übungsfirma trainiert genau das.
  • Kritisches Denken: KI liefert Vorschläge – die Entscheidung und die Verantwortung bleiben beim Menschen.
  • Effizienz: Routinearbeit geht schneller, dadurch bleibt mehr Zeit für Kundenkontakt, Kreativität und Reflexion.

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Welche KI-Tools – und mit welchem Konto?

Es gibt nicht das richtige KI-Tool. Die Entwicklung verläuft rasant: Was heute empfohlen wird, kann in wenigen Monaten überholt sein. Wichtiger als die Wahl des Tools ist daher, was man eingibt und wie man mit dem Ergebnis umgeht.

Microsoft 365 Copilot Chat

Schulkonto · ab 13, wenn freigeschaltet

Kein eigenes Konto nötig, Eingaben werden nicht zum Training verwendet. Mit dem Lern-Agenten Study and Learn und Copilot Notebooks. Copilot direkt in Word, Excel und PowerPoint erfordert eine kostenpflichtige Zusatzlizenz.

ChatGPT (OpenAI)

ab 13 · unter 18 mit Zustimmung der Eltern

Gratisversion mit Nutzungslimits. Ob Eingaben zum Training verwendet werden, lässt sich in den Einstellungen festlegen.

Gemini (Google)

in Österreich ab 14 · unter 18 mit Zustimmung

Gratisversion verfügbar, eng mit Google-Diensten verbunden.

Claude (Anthropic)

ab 18

Für Lehrkräfte und volljährige Schüler·innen.

Bild- & Design-Tools

je nach Anbieter

Z. B. Canva-KI. Realistisch wirkende Bilder müssen gekennzeichnet werden.

Stand September 2026. Altersgrenzen und Bedingungen ändern sich laufend – bitte vor dem Einsatz beim Anbieter prüfen.

Schulkonto oder eigenes Konto?

Beides ist möglich. Wichtig ist nur: Niemand darf verpflichtet werden, für den Unterricht ein privates Konto anzulegen.

  • Verpflichtende Aufgaben: Am besten mit einem Tool, das die Schule bereitstellt, z. B. Copilot mit dem Schulkonto. Verlangt die Schule die Nutzung eines Tools, trägt sie auch die Verantwortung für den Datenschutz.
  • Freiwillige Nutzung: Schüler·innen können auch eigene Konten verwenden, sofern sie das Mindestalter erfüllen. Die Entscheidung liegt dann bei ihnen bzw. bei den Eltern.
  • Bei jedem Tool gilt: Keine echten persönlichen Daten eingeben. Die Geschäftsdaten der Übungsfirma sind fiktiv – solange nur mit ihnen gearbeitet wird, ist das Risiko gering.
  • Tipp: In den Einstellungen vieler Gratis-Tools lässt sich abschalten, dass Eingaben zum Training der KI verwendet werden.

🛠️

Tipp für EDV-Kustod·innen: Damit Copilot Chat und Study and Learn für Schüler·innen verfügbar sind, muss im Microsoft 365 Admin Center Copilot Chat für Lernende aktiviert und in Entra ID die Altersgruppe (ageGroup) der Konten korrekt gesetzt sein.

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KI-Agenten: Was steckt dahinter?

Ein Chatbot beantwortet Fragen. Ein KI-Agent erledigt selbstständig ganze Aufgaben in mehreren Schritten: Er recherchiert, füllt Formulare aus, erstellt Dateien oder bedient Programme. Man gibt nur noch das Ziel vor.

✔ Mit dem Schulkonto kostenlos

  • Study and Learn: vorgefertigter Lern-Agent, der Schritt für Schritt erklärt, Karteikarten und Quizfragen erstellt und nicht einfach die Lösung verrät
  • Einfache eigene Agenten: in Copilot Chat mit wenigen Sätzen entworfen – Rolle, Verhalten und Wissen beschreiben
  • Copilot Notebooks: Fragen auf Basis eigener Unterlagen wie Abteilungshandbuch oder Formulare

€ Nur mit kostenpflichtiger Lizenz

  • Agenten, die selbstständig auf Daten oder Anwendungen zugreifen – E-Mails versenden, Dateien bearbeiten, Buchungen durchführen
  • Agenten direkt in Word, Excel und PowerPoint
  • Agenten-Modus in ChatGPT, Gemini oder Claude – meist ab etwa 20 € pro Monat

🎯

Beispiel „Verkaufstrainer“: Der Agent spielt eine anspruchsvolle Kundin, die ein Produkt der Übungsfirma kaufen möchte, aber Einwände zu Preis und Lieferzeit hat. Die Schüler·innen führen das Verkaufsgespräch im Chat. Am Ende gibt der Agent Rückmeldung, was gut gelungen ist und was man noch verbessern kann.

Aktuelle Trends
  • Agenten-Modus in Chatbots: ChatGPT, Gemini und Claude können Aufgaben eigenständig im Browser oder am Computer ausführen.
  • Agenten in Office-Programmen: Word, Excel und PowerPoint erstellen auf Zuruf ganze Dokumente, Tabellen und Präsentationen.
  • Eigene Agenten: Unternehmen bauen Agenten, die auf ihre eigenen Unterlagen zugreifen, etwa für den Kundenservice oder die Einschulung neuer Mitarbeiter·innen.

Die Gratisversionen der gängigen KI-Tools enthalten in der Regel keine Agenten-Funktionen. Bei Microsoft sind die Agenten in Office an eine kostenpflichtige Copilot-Lizenz gebunden, manche Funktionen werden zusätzlich nach Verbrauch abgerechnet. (Stand September 2026)

Risiken von Agenten
  • Fehler summieren sich: Ein früher Fehler zieht sich durch das ganze Ergebnis, und man sieht nicht jeden Zwischenschritt.
  • Handeln im eigenen Namen: Agenten können E-Mails versenden, Bestellungen auslösen oder Daten ändern. Verantwortlich bleibt der Mensch, der den Auftrag gegeben hat.
  • Manipulation über Webseiten: Präparierte Webseiten können einem Agenten versteckte Anweisungen unterschieben („Prompt Injection“).
  • Zugriff auf Daten: Ein Agent sieht alles, worauf er Zugriff bekommt – nur die nötigsten Berechtigungen erteilen.
  • Kostenfalle: Bei verbrauchsabhängiger Abrechnung sind die Kosten vorab schwer abzuschätzen.

Für die Übungsfirma heißt das: Agenten sind ein spannendes Zukunftsthema – etwa für die Frage „Welche Aufgaben unserer Abteilung könnte ein Agent übernehmen, und wo darf er nicht allein entscheiden?“. Praktisch umsetzbar sind an Schulen derzeit vor allem Übungs-Agenten wie der Verkaufstrainer sowie Copilot Notebooks und Study and Learn.

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KI in den Abteilungen – Ideen & Beispiel-Prompts

Abteilung wählen, Prompt kopieren, Platzhalter in [eckigen Klammern] ersetzen – und das Ergebnis immer prüfen.

🏢 Geschäftsführung

Einsatzideen

  • Protokolle aus Stichworten strukturieren
  • Tagesordnungen und Einladungen vorbereiten
  • Geschäftsbriefe und E-Mails sprachlich überarbeiten

Du bist Assistenz der Geschäftsführung der Übungsfirma [Name], die [Produkte] verkauft. Formuliere aus meinen Stichworten ein Protokoll der Abteilungsleitersitzung mit Tagesordnungspunkten, Beschlüssen und To-dos (Wer? Was? Bis wann?). Stichworte: […]

🛒 Einkauf

Einsatzideen

  • Anfragen an Lieferanten formulieren
  • Quantitativen und qualitativen Angebotsvergleich vorbereiten
  • Checklisten für die Wareneingangskontrolle erstellen

Erstelle eine Tabelle für einen Angebotsvergleich mit drei Lieferanten. Berechne den Einstandspreis je Stück unter Berücksichtigung von Rabatt, Skonto und Bezugskosten und zeige den Rechenweg. Daten: […]

⚠ KI macht Rechenfehler. Den Rechenweg immer selbst nachvollziehen oder in Excel nachrechnen.

🤝 Verkauf

Einsatzideen

  • Angebote und Auftragsbestätigungen formulieren
  • Antworten auf Reklamationen entwerfen
  • FAQ-Sammlung als Grundlage für einen Chatbot erstellen

Eine Kundin reklamiert eine beschädigte Lieferung. Formuliere eine freundliche, lösungsorientierte Antwort in österreichischem Geschäftsdeutsch. Biete eine Ersatzlieferung oder eine Gutschrift an. Details: […]

⚠ Ein Chatbot auf der Übungsfirmen-Webseite muss sich klar als KI zu erkennen geben.

📣 Marketing

Einsatzideen

  • Produktbeschreibungen für den ACT Marketplace
  • Redaktionsplan für Social Media
  • Slogans und Ideen für den Messeauftritt

Schreibe drei Varianten einer Produktbeschreibung (max. 80 Wörter) für unser Produkt [Produkt] für einen Online-Marktplatz. Zielgruppe: [Zielgruppe]. Ton: [z. B. seriös / jugendlich]. Hebe [Besonderheit] hervor.

⚠ Realistisch wirkende KI-Bilder müssen gekennzeichnet werden: KI-Inhalte richtig kennzeichnen

📊 Rechnungswesen

Einsatzideen

  • Buchungsfälle Schritt für Schritt erklären lassen
  • Übungsaufgaben zu schwierigen Geschäftsfällen erzeugen
  • Excel-Formeln und Auswertungen erstellen

Erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich eine Eingangsrechnung mit 20 % Umsatzsteuer und 2 % Skonto nach österreichischem Recht (UGB) verbuche. Stell mir danach eine ähnliche Übungsaufgabe, ohne die Lösung zu verraten.

⚠ KI verwechselt häufig deutsche und österreichische Regeln (z. B. HGB statt UGB, 19 % statt 20 % USt). Immer mit den Unterlagen aus dem Unterricht vergleichen.

👥 Personal

Einsatzideen

  • Stellenausschreibungen formulieren
  • Einschulungspläne für neue Mitarbeiter·innen erstellen
  • Fragen für Bewerbungsgespräche sammeln

Erstelle eine Stellenausschreibung für die Position [Position] in unserer Übungsfirma. Formuliere geschlechtergerecht, beschreibe Aufgaben und Anforderungen und lasse einen Platzhalter für das kollektivvertragliche Mindestentgelt (in Österreich in Stellenanzeigen verpflichtend).

⚠ KI nicht zur Auswahl oder Bewertung von Bewerber·innen einsetzen – das gilt nach dem AI Act als Hochrisiko-Anwendung.

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Richtig prompten in 4 Schritten

Ein guter Prompt ist wie ein guter Arbeitsauftrag: Je klarer die Anweisung, desto besser das Ergebnis.

Rolle

Wer soll die KI sein?

„Du bist Marketing-Mitarbeiter·in einer Übungsfirma …“

Aufgabe

Was genau soll entstehen?

„Schreibe einen Instagram-Post …“

Kontext

Was muss die KI wissen?

„… für unseren nachhaltigen Rucksack, Zielgruppe 16–20 Jahre …“

Format

Wie soll das Ergebnis aussehen?

„… max. 50 Wörter, Du-Ansprache, 3 Hashtags.“

✘ Schwacher Prompt

„Schreib eine Werbung für unser Produkt.“

✔ Starker Prompt

„Du bist Marketing-Mitarbeiter·in der Übungsfirma GreenPack. Schreibe einen Instagram-Post für unseren Rucksack aus recycelten PET-Flaschen. Zielgruppe: 16- bis 20-Jährige. Max. 50 Wörter, Du-Ansprache, 3 passende Hashtags.“

Tipp: Nicht mit der ersten Antwort zufriedengeben. Nachschärfen („kürzer“, „förmlicher“, „mit Preisangabe“) gehört dazu.

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Regeln & Grenzen

KI ist ein Werkzeug – wie gut das Ergebnis ist, entscheidet der Mensch, der es nutzt.

✔ Richtig

  • KI als Helfer nutzen, nicht als Ersatz für eigenes Denken
  • Jedes Ergebnis auf Richtigkeit prüfen und anpassen
  • KI-Nutzung in Berichten und Arbeitsaufträgen angeben
  • Realistische KI-Bilder, -Videos und -Stimmen kennzeichnen
  • Die Einstellungen des Tools kennen, z. B. das Training mit eigenen Eingaben abschalten

✘ Falsch

  • Arbeitsaufträge komplett von der KI erledigen lassen und abgeben
  • KI-Texte ungeprüft 1:1 veröffentlichen
  • Persönliche Daten in KI-Tools eingeben
  • Fremde Logos, Marken oder bekannte Figuren nachbauen lassen
  • KI über Menschen entscheiden lassen (z. B. Bewerbungen, Beurteilungen)
🔍 Typische KI-Fehler erkennen
  • Erfundene Fakten („Halluzinationen“): KI erfindet mitunter Zahlen, Quellen oder Gesetzesstellen – und klingt dabei sehr überzeugend.
  • Deutschland statt Österreich: Rechtslage, Steuersätze und Fachbegriffe stammen oft aus Deutschland.
  • Veraltete Informationen: Preise, Gesetze und Fristen ändern sich – aktuelle Quellen prüfen.
  • Rechenfehler: besonders bei mehrstufigen Kalkulationen.
  • Vorurteile (Bias): KI übernimmt Klischees aus ihren Trainingsdaten, z. B. bei Bildern von Berufen.

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Datenschutz: Was darf in die KI?

Die Geschäftsdaten der Übungsfirma sind fiktiv – die Menschen dahinter aber nicht. Die Mitarbeiter·innen sind echte Schüler·innen.

🟢 Unbedenklich

  • Fiktive Übungsfirmen-Daten (Produkte, Preise, Geschäftsfälle)
  • Allgemeine Fach- und Sachfragen
  • Eigene Texte ohne persönliche Angaben

🟡 Mit Vorsicht

  • Interne Unterlagen der Übungsfirma – vorher auf echte Namen durchsehen
  • Entwürfe von Arbeitsaufträgen und Berichten
  • Dokumente mit Namen – Namen vorher durch Rollen ersetzen (z. B. „Leitung Einkauf“)

🔴 Niemals

  • Private Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten
  • Fotos von Personen ohne deren Einwilligung
  • Noten, Gesundheitsdaten, Passwörter

⚖️

AI Act, Kennzeichnung & Urheberrecht

Die EU-KI-Verordnung gilt in allen EU-Staaten und wird schrittweise wirksam. Übungsfirmen handeln nicht am echten Markt – wir halten uns trotzdem an die Regeln, denn genau das wird in der echten Wirtschaft verlangt.

seit Februar 2025

KI-Kompetenz – Wer KI beruflich einsetzt, muss ausreichend geschult sein.

seit Februar 2025

Verbote – Bestimmte Anwendungen sind untersagt, z. B. die Erkennung von Emotionen am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen.

seit 2. August 2026

Kennzeichnung – Realistisch wirkende KI-Bilder, -Videos und -Stimmen müssen als KI-generiert erkennbar sein, Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben. → KI-Inhalte richtig kennzeichnen

ab Dezember 2027

Hochrisiko-KI – Für KI zur Auswahl oder Bewertung von Bewerber·innen gelten strenge Pflichten – in der Übungsfirma verzichten wir schon jetzt darauf.

© KI und Urheberrecht
  • Kein Schutz für reine KI-Werke: Urheber·in kann nach österreichischem und europäischem Recht nur ein Mensch sein. Rein KI-generierte Inhalte sind daher in der Regel nicht geschützt. Wer die KI gezielt steuert und das Ergebnis mit eigenen kreativen Entscheidungen wesentlich gestaltet, kann selbst ein geschütztes Werk schaffen.
  • Training mit fremden Werken: In der EU dürfen KI-Anbieter frei zugängliche Inhalte grundsätzlich für das Training nutzen (Text- und Data-Mining), Rechteinhaber·innen können dem aber widersprechen. Ob das alle Anbieter einhalten, ist umstritten.
  • Verantwortung bleibt beim Menschen: Wer KI-Inhalte veröffentlicht, haftet dafür – auch wenn die KI unbemerkt fremde Werke nachahmt.
  • Nutzungsbedingungen prüfen: Manche Tools schränken die Nutzung der Ergebnisse ein, etwa für Werbezwecke.
  • Kennzeichnung ersetzt keine Quellenangabe: Werden fremde Bilder oder Texte verwendet, gelten zusätzlich Urheber- und Nutzungsrechte.

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Für Lehrkräfte: Das Potenzial von KI ausschöpfen

In den meisten Übungsfirmen wird KI heute vor allem für zwei Dinge eingesetzt: Texte sprachlich überarbeiten lassen, etwa Rechtschreibung korrigieren oder einen Geschäftsbrief freundlicher formulieren, und schnelle Fragen beantworten lassen. Das ist nützlich, schöpft das Potenzial aber nur zu einem kleinen Teil aus.

  • Viele Möglichkeiten werden gar nicht erkannt. Dass KI eine Verhandlung simulieren, eine Prozessanalyse begleiten oder ein Konzept kritisch hinterfragen kann, wissen oft weder Schüler·innen noch Lehrkräfte.
  • Die Nutzung bleibt an der Oberfläche. Eine Frage stellen, die erste Antwort übernehmen, fertig. Die eigentliche Stärke der KI zeigt sich erst im Dialog: mit gutem Kontext, gezieltem Nachfragen und kritischem Überarbeiten.

Von der Oberfläche in die Tiefe

Einen Werbetext schreiben lassen

→

Ein Marketingkonzept entwickeln: Zielgruppe analysieren, Kundenprofile (Personas) erstellen, Kampagne planen, Texte gegeneinander testen

Einen Buchungssatz nachfragen

→

Die KI als Sparringpartner nutzen: eigene Buchungen erklären lassen, Fehler analysieren, Übungsfälle erzeugen

Ein Angebot formulieren lassen

→

Ein Verkaufsgespräch mit einer schwierigen Kundin simulieren, Einwände üben und Rückmeldung einholen

Ein Protokoll schreiben lassen

→

Abläufe der Abteilung beschreiben, Schwachstellen finden und Arbeitsanweisungen für das Abteilungshandbuch entwickeln

Eine Excel-Formel erfragen

→

Umsatzdaten auswerten, Trends erkennen, eine Prognose erstellen und kritisch hinterfragen

Einen Geschäftsbrief übersetzen lassen

→

Korrespondenz mit einer ausländischen Übungsfirma vorbereiten, Gespräche in der Fremdsprache üben, kulturelle Unterschiede erklären lassen

Was es dafür braucht
  • Experimentierfreude: Niemand muss KI perfekt beherrschen, auch die Lehrkraft nicht. Gemeinsam ausprobieren, Fehlschläge besprechen und Erfolge teilen bringt oft mehr als jede Anleitung.
  • Motivation der Schüler·innen: Wer erlebt, dass die KI die eigene Arbeit spürbar besser macht, bleibt dran. Hilfreich sind „KI-Scouts“ in jeder Abteilung, die neue Einsatzmöglichkeiten suchen und weitergeben.
  • Reflexion: Was hat die KI gut gemacht? Wo lag sie falsch? Erkenntnisse gehören ins Abteilungshandbuch, damit die nächste Generation davon profitiert.
  • Zeit und Raum: Eine fixe „KI-Werkstatt“, etwa einmal im Monat, schafft Gelegenheit, Neues auszuprobieren, ohne dass der laufende Betrieb leidet.
Der Schlüssel: Dialog statt Einzelfrage
  • Ausführlichen Kontext geben: Wer sind wir, was verkaufen wir, wer ist die Zielgruppe?
  • Die KI auffordern, zuerst Rückfragen zu stellen, bevor sie eine Lösung liefert.
  • Die KI das eigene Ergebnis kritisieren lassen: „Was ist an diesem Angebot schwach?“
  • Die Perspektive wechseln lassen: „Antworte jetzt aus Sicht unseres Kunden.“

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Praxistipp – Einsatz mit der ganzen Klasse: Gratis-Tools wie ChatGPT können Anfragen blockieren, wenn viele Personen gleichzeitig aus demselben Schulnetz zugreifen. Copilot mit dem Schulkonto ist dafür ausgelegt. Bei anderen Tools hilft es, wenn alle angemeldet sind.

Fortbildung

Aktuelle Seminare zu KI und Digitalisierung finden Sie im Seminarangebot der ACT.

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Selbsttest: Wie fit sind Sie im Umgang mit KI?

Ideal als Einstieg oder Abschluss einer Unterrichtseinheit – mit Erklärung zu jeder Antwort.

Einstieg

Darf ich das?

10 Situationen aus dem Übungsfirmen-Alltag.

ca. 5 Minuten

Grundlagen

KI-Grundlagen

13 Fragen zu Tools, Prompts, Datenschutz und Recht.

ca. 8 Minuten

Fortgeschritten

KI für Fortgeschrittene

20 Fragen: Token, RAG, Deepfakes & Co.

ca. 12 Minuten

Quiz 1: Darf ich das?

Quiz 2: KI-Grundlagen

Quiz 3: KI für Fortgeschrittene

Weiterführende Links

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KI für Interessierte

Wer tiefer eintauchen will: Seiten zum Ausprobieren, kostenlose Kurse und Quellen, um beim Thema KI am Ball zu bleiben.

Ausprobieren

Teachable Machine

In wenigen Minuten eine eigene Bilderkennung trainieren – etwa Produkte der Übungsfirma erkennen lassen.

Spiel

Gandalf

Einer KI ein geheimes Passwort entlocken – und dabei verstehen, wie „Prompt Injection“ funktioniert.

Onlinekurs

Elements of AI

Kostenloser Kurs auf Deutsch: KI-Grundlagen ohne Mathematik, mit Zertifikat.

Selbst ausprobieren – ohne Anmeldung, direkt im Browser
  • Teachable Machine (Google): eigene Bilderkennung trainieren, die Daten bleiben im Browser. Thema: Maschinelles Lernen, Trainingsdaten
  • Quick, Draw! (Google): etwas zeichnen – die KI rät in Echtzeit, was es ist. Thema: Mustererkennung
  • Gandalf (Lakera): einer KI ein geheimes Passwort entlocken, Level für Level. Thema: Prompt Injection, Risiken von Agenten
  • Tokenizer (OpenAI): sehen, in welche Tokens ein Sprachmodell einen Text zerlegt. Thema: Wie Sprachmodelle funktionieren
  • Transformer Explainer: interaktiv nachvollziehen, wie ein Sprachmodell das nächste Wort vorhersagt – für Fortgeschrittene. Thema: Sprachmodelle
  • Which Face Is Real?: erraten, welches Foto echt und welches KI-generiert ist. Thema: Deepfakes, Kennzeichnung
  • Moral Machine (MIT): Wie soll ein selbstfahrendes Auto in Dilemma-Situationen entscheiden? Ideal zum Diskutieren in der Klasse. Thema: Ethik
Kostenlos weiterlernen
  • Elements of AI: kostenloser Onlinekurs der Universität Helsinki auf Deutsch – Grundlagen ohne Mathematik, mit Zertifikat.
  • KI-Campus: deutschsprachige Lernplattform mit kostenlosen Kursen, Videos und Podcasts – vom Einstieg bis zur Vertiefung.
  • Microsoft Learn: kostenlose Module zu Copilot und KI-Grundlagen, auch mit dem Schulkonto nutzbar.
Aktuell bleiben
Für Lehrkräfte

💡

Die verlinkten Angebote sind externe Seiten. Bei Angeboten mit Anmeldung gelten die Altersgrenzen und Nutzungsbedingungen der Anbieter – und auch dort gilt: keine persönlichen Daten eingeben.

Fehlt etwas oder ist etwas veraltet?
KI entwickelt sich rasant – Ihr Hinweis hilft uns, aktuell zu bleiben.